{Libressio: Mein Buchgeständnis #2} powered by Leselurch

Einen schönen Donnerstag wünsche ich euch,

Libressio © Leselurch

heute schreibe ich euch wieder einmal im Auftrag von Leselurchi Simone, denn das dritte Buchgeständnis ist schon vor einer Weile online gegangen und mein Beitrag dazu fehlt noch. Beim zweiten »Libressio – mein Buchgeständnis« war ich aus zeitlichen Gründen und weil ich nicht recht wusste, was ich schreiben sollte, nicht dabei. Dieses Mal bin ich wieder mit von der Partie, wenn es heißt…

Dieses Buch spricht mir aus der Seele!

Simone fragt, in welchem Buch ich mich selbst, meine Meinungen, meine Sichtweisen wiederfinde? In welcher Geschichte gibt es einen Charakter, der mir in meinen Ansichten und meiner Art ähnlich ist? Wo wird eine Message übermittelt, die mir aus der Seele spricht?

Das lässt sich nicht ganz so einfach und pauschal mit einem Buch beantworten, daher werde ich die Frage in all ihren Aspekten beantworten.

Ein Buch – eine Meinung, eine Sichtweise

Ein ganz bestimmtes Buch wird hier definitiv mit an oberster Stelle stehen, was das aus-der-Seele-sprechen betrifft. »Wunder« von Raquel J. Palacio – ein Buchwunder. Eine Lektüre, die mich zum Nachdenken und Reflektieren über eigene Gewohnheiten brachte. Ein Buch, das Tränen in meine Augen steigen ließ und mich so sehr daran erinnerte, welche Werte mir mein Papa beigebracht hat. Was ihm wichtig war, ihm aus der Seele sprach und was er an mich weitergab: Respekt vor den Mitmenschen, Herzlichkeit und Wärme, ganz gleich, wem man gegenüber steht. Ganz gleich, ob derjenige humpelt oder nur ein Auge hat. Ganz gleich, ob er unsere Sprache spricht oder nicht. »Wir sind alle gleich auf diesem Erdball« ist eine Message, die viel zu oft in den Hintergrund rückt oder mit Füßen getreten wird.

Wunder, R. J. Palacio

Eine Message, die Raquel J. Palacio in ihrem beeindruckenden Jugendbuch auf so schlichte, und doch so intensive und offene Art vor Augen führt und mich mit einem unendlich warmen Gefühl im Herzen auf der letzten Seite verabschiedete. »Wunder« ist ein Buch, das ich immer im Herzen trage und niemals den Moment vergessen werde, als ich es zum ersten Mal fertig gelesen habe und meine Gedanken zu diesem Lesehighlight 2013 aus dem Hanser Verlag niederschrieb.

Charakterliche Nähe

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„Das Leben ist kurz und seine Zeit zu verlieren ist eine Sünde.“ – Albert Camus

Viele der Protagonisten, denen ich im Laufe meiner Lesejahre begegnete, boten Identifikationspotential, hatten etwas gemeinsam mit meinem Wesen, meinen Interessen und meinem Leben. So manche Geschichte erinnerte mich an eigene Erlebnisse, schöne und traurige Momente. Ein junges Mädchen, das mich mit seiner unbefangenen Art, seinem Wissensdurst und seiner Fröhlichkeit bis in die letzte Pore verzaubert hat und meine Liebe für das Künstlerische widerspiegelt, ist Linnéa. Ihr kennt die junge Dame vielleicht noch, sie ist die Protagonistin meines verschollen geglaubten Lieblingsbuches aus dem ersten Libressio im Mai diesen Jahres. Linnéa war der Auslöser für meine Liebe zur Fotografie. Als ich das Buch das erste Mal als kleines Mädchen in der Hand hielt, war ich fasziniert von den wunderschönen Illustrationen im Aquarellstil. Ich liebe es zu malen und zu zeichnen, egal ob mit Aquarellfarben oder Acryl, ob mit Tuschestift oder kräftigen Ölkreiden. Ich habe dieses Talent wohl in die Wiege gelegt bekommen und offensichtlich habe ich es auch an die nächste Generation weitergegeben.

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Ausschnitt aus »Linnéa im Garten des Malers« © cbj Verlag

’Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen. – Pearl S. Buck

Diesen Worten ist nichts hinzuzufügen. Und mit diesen Worten wünsche ich euch nun einen schönen Tag!