{Buchtalk #1} Leseflaute & bibliophile Luxusproblemchen

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Einen schönen Donnerstag liebe Leser,

ganz spontan möchte ich euch nun etwas fragen. Kennt ihr dieses Gefühl? Ihr steht vor eurem prall gefüllten Bücherregal, Buchcover in allen nur erdenkliche Farbvarianten leuchten euch entgegen und rufen, mal mehr mal weniger vehement euren Namen.

„Lies mich!“
„Nein, mich zuerst. Dir steht doch gar nicht der Sinn nach Genre xyz…“
„Ach hör nicht auf die, die hat noch nicht mal ein Lesebändchen unter der Mütze. Stell dich hinten an, Schätzchen.“
„Psssst, hier drüben. Na los, komm schon rüber. Ich stehe schon so lange hier, aus meiner Staubschicht könntest du dir einen Schal häkeln!“

So oder so ähnlich könnte sich das wohl anhören. Moment, Staub? Nein, liebes Buch. Da geht wohl die Phantasie mit dir durch. Meine Regale werden jede Woche abgestaubt, wie es sich gehört. Ha, du wolltest mich wohl austricksen!

Die Qual der Wahl

Tja, so stehe ich also vor meinem Bücherregal und überlege, wonach mir ist. Lovestory? Ich habe gerade mit Felicitas Pommerenings Roman »Freunde fürs Lieben« aus dem Berlin Verlag begonnen. Nach 35 Seiten gefällt mir die Story und vor allem die Charaktere ganz gut, soweit ich das nach der relativ kurzen Lesezeit beurteilen kann. Doch dieser Roman fühlt sich im Moment einfach mehr nach einem Buch an, das ich entweder bei schönem Wetter auf der Wiese oder am Badestrand lesen möchte. Doch der Sommer macht gerade Pause, und so ist mir heute auch nicht wirklich nach Liebesgeschichte, Partnerschaftsproblemen und Co. Doch worauf habe ich dann Leselust? Ich weiß es gerade selbst nicht so recht, und genau da liegt der Hase im Pfeffer begraben. Ich habe mehrere Bücher begonnen zu lesen, doch an keinem bin ich so richtig dran geblieben. Zuletzt hat mich Katrin Zipses Jugendroman »Die Quersumme von Liebe« vom Hocker gehauen. Bahnt sich da etwa schon wieder eine Leseflaute an? Das hatten wir doch Anfang Juli erst, nicht schon wieder.

Spannung? Horror? Jugendbuch??

Ganz ehrlich? Mein Stapel ungelesener Bücher böte eigentlich wahrlich genug Auswahl, um meinem Problem entgegen zu wirken. Doch ich Huhn stehe ratlos vor meinem Regal und kann mich nicht so recht entscheiden, auf welches Thema ich überhaupt Lust habe. Spannung hatte ich in den letzten Monaten gleich mit zwei Titeln, wobei mir Melanie Raabes »Die Falle« um einiges besser gefiel als das ein wenig an Gone Girl erinnernde Psychospielchen »Girl on the Train« von Paula Hawkins. Ich könnte mir nun »Bird Box« von Josh Malerman kaufen, reizen würde es mich sehr. Für Zombies habe in den letzten Jahren ohnehin ein Faible entwickelt. »The Walking Dead« und »Penny Dreadful« (wobei es da weniger um Zombies in Form infizierter Gehirnloser geht) gehört zu meinen momentanen Lieblingsserien, wobei ich im Fall des gruseligen Groschenromans nun wohl sehr lange auf eine dritte Staffel warten muss, sofern denn überhaupt eine Fortsetzung geplant ist. Hoffen wir es einfach mal. Netflix wird nochmal mein Untergang sein! 😉

Ja ja, der liebe SuB. Eigentlich wollte ich es vermeiden, nun schon wieder neue Bücher zu kaufen. Eigentlich. Und eigentlich täte es mir wohl auch ganz gut, ein ähnliches Experiment wie Dani zu wagen: Buchkaufverbot bis Ende des Jahres zwecks SuB-Abbau. Joa, das wäre wohl gar keine üble Idee. Immerhin warten auch noch ein paar Rezensionsexemplare auf mich. Im historischen Bereich hätte ich da zum Beispiel Benjamin Monferats »Welt in Flammen« – ich hatte von dieser tollen Überraschungspost aus dem Rowohlt Verlag berichtet -, ein beachtlich Wälzer mit einem sehr spannenden Thema. Ja, das wäre doch etwas, wobei ich immer ein wenig Bammel vor so dicken Büchern habe.

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Oder doch lieber in den zweiten Band rund um die clevere Forscherin Calpurnia eintauchen und Jacqueline Kellys »Calpurnias faszinierende Forschungen« lesen? Das Buch kam letzte Woche gemeinsam mit Holly Goldberg Sloans »Glück ist eine Gleichung mit 7« an, beides literarische Kinderbuchschätze aus dem Hanser Literaturverlag. Im Kinderbuchbereich habe ich zudem Astrid Lindgrens »Wir Kinder von Bullerbü« bereits im Juni begonnen, einige wahnsinnig niedliche Geschichten sind dabei. Vielleicht sollte ich das erst einmal fertig lesen? Ihr seht, ich stecke in einem Dilemma – man könnte es auch als Luxusproblem bezeichnen. Hilfe!

Tja, nun ist guter Rat teuer. Wie würdet ihr das nun regeln? Noch ein Buch beginnen? Oder doch lieber erst einmal alles Angefangene beenden? Zettelchen schreiben und ein SuB-Glas füllen?

Ich schnappe mir jetzt erstmal mein Fahrrad und düse ein wenig durch Cottbus, Gedanken lüften sozusagen.

Ich sende euch liebe, aber etwas ratlose Grüße!