Um was handelt es sich eigentlich bei Restposten?

Restposten in der Bücherwelt können eine wahre Fundgrube für Sie sein. Die Auswahl der Bücher in diesem Bereich ist einfach riesig, Sie finden Werke fast aller Themengebiete. Lediglich aktuelle Titel kommen hier nicht vor. Nach ein oder zwei Jahren gelangt jedoch sogar der eine oder andere Bestseller im Netz oder im stationären Buchhandelsgeschäft ins Angebot.

Neuwertige Bücher zum kleinen Preis

Bei Restposten im Buchbereich handelt es sich nicht unbedingt um Waren mit erheblichen Mängeln. Die Schnelllebigkeit der Gegenwart lässt das Interesse an bestimmten Titeln nach kurzer Zeit verebben, dann stapeln sich diese in den Regalen der Großhändler und der Geschäfte. Trotzdem kann mit diesen Werken noch der eine oder andere Euro verdient werden. Das offizielle Marktinstrument dazu wird als “Aufhebung der Buchpreisbindung” bezeichnet. Das Buchpreisgesetz zwingt alle Herausgeber bei Neuerscheinungen zur Preisbindung, bringt aber trotzdem genügend Flexibilität. Feste Ladenpreise dürfen in der weiteren Zukunft gesenkt oder sogar erhöht werden, wenn es der Markt erfordert. Wenn der Verlag den festen Preis aufhebt, kann der Buchhandel die Bücher “verramschen”. Dies darf allerdings erst anderthalb Jahre nach der Erscheinung passieren. Bei periodisch erscheinenden Reihen oder Ereignisbüchern kann die Preisbindung vor Ablauf der 18 Monate beendet werden. Für sämtliche Fälle dieser Art gilt, dass die Restposten dann noch in einwandfreier Qualität auf den Markt kommen, der Preis jedoch weit unter dem Herausgabepreis liegt. Das könnte eine ideale Gelegenheit für Sie sein, ein tolles Geschenk für wenig Geld zu erwerben.

Schnäppchen beim Räumungsverkauf

Vielleicht gehören Sie zu den Menschen, die selbst im digitalen Zeitalter gern und intensiv stöbern. Der Weg in die nächste Buchhandlung birgt auf diese Weise immer wieder interessante Entdeckungsmomente. Doch manchmal schließen bewährte Buchhändler ihren Laden. Deswegen gibt es seit 2006 im Buchpreisbindungsgesetz die Möglichkeit eines Räumungsverkaufs für Buchhandlungen. Dieser muss auf 30 Tage beschränkt sein, dann können selbst preisgebundene Werke unterhalb der festgelegten Ladenpreise abverkauft werden. Die traurige Bedingung für einen solchen Unterpreisverkauf besteht darin, dass die Buchhandlung endgültig die Pforten schließt. Weiterhin müssen die Bücher aus den eigenen Unternehmensbeständen stammen und die Lieferanten sollten innerhalb einer angemessenen Frist die Rücknahme ausgeschlossen haben (§7 Abs. 1 Nr. 5 BuchPrG).

Mängelware mit kleineren oder größeren Schäden

Wenn Sie auf den Inhalt des Buches besonderen Wert legen und es nicht unbedingt verschenken möchten, könnten für Sie Bücher mit größeren und kleinen Mängeln eine Wahl sein. Nach der gesetzlichen Definition wird ein Buch dann zum Mängelexemplar, wenn es Verschmutzungen, Beschädigungen oder sonstige Fehler aufweist (§ 7 Abs. 1 Ziff. 4 BuchPrG). Über die Größe von Mängeln gibt es zahlreiche unterschiedliche Meinungen. Sie können im Restpostenbereich Bücher kaufen, denen Sie auf den ersten Blick keine Schäden ansehen. Mängelfreie Bücher dürfen aber laut einem Urteil des Oberlandesgerichtes Frankfurt nicht als “Mängelexemplar” mit gesenktem Preis verkauft werden. Andere Bücher im Bereich der Mängelware zeigen dagegen deutliche Beeinträchtigungen. Das sind dann z.B. Exemplare aus dem Schaufenster oder abgegriffene Stücke. Ansichtsexemplare finden ebenfalls manchmal den Weg ins Restpostenangebot.

Die Remittende im Mittelpunkt der Diskussion

Auf vielen im Preis gesenkten Restposten haben Sie sicher schon einmal den Begriff “Remittende” gelesen. Dieses Wort beschreibt ein Buch, welches der Buchhändler mit einem Rückgaberecht erworben hat. Zahlreiche nicht verkaufte Werke kommen auf diese Weise zum Verlag zurück. Manche Buchhändler behandeln die Remittenden wie Mängelware und geben diese in den Ramsch. Darüber wird viel gestritten, denn diese Bücher sind nicht automatisch Ramschprodukte, meist unterliegen sie sogar weiterhin der Preisbindung.

Die Stöberkiste

Besonders in Touristenstädten nutzen die Kunden das Angebot einer “Stöberkiste”, die meist lange vergriffene Bücher enthält. Hier existieren kaum Regeln, das Vorgehen bildet eine angenehme “Grauzone”. So können Sie Werke bereits ab 50 Cent erwerben. Oft finden sich interessante Bücher aus vergangenen Zeiten, die heute wieder einen großen Entdeckungswert besitzen.