{Kino-Review} Das Schicksal ist ein mieser Verräter | Juni 2014

Liebe Leser, Kinoliebhaber und solche, die es noch werden wollen…

…heute möchte ich euch einen ganz besonderen Film vorstellen, der zur gleichen Zeit mein Herz berührt hat, mich zum Lachen brachte und das Schicksal verfluchen ließ. Die Rede ist von der Verfilmung des Jugendbuchbestsellers »Das Schicksal ist ein mieser Verräter« von Erfolgsautors John Green.

Das Schicksal ist ein mieser Verräter © 20th Century Fox

Am späten Dienstagsnachmittag stiefelte ich mit Tochterkind im Schlepptau, diesem neumodernen Kinoticket auf dem Handy und zwei Packungen Tempotaschentüchern Richtung Saal 2, Reihe 9, Sitz No. 7 und 8. Erwartungsvoll rückten wir uns in den Sesseln zurecht und konnten es kaum erwarten, dass 15 Minuten Werbeeinblendung möglichst schnell vorbei waren. Um 17 Uhr wurde das Licht gedimmt und das Logo von 20th Century Fox flimmerte über die große Leinwand. Wenige Momente später ging es los, mit einem Blick auf einen unendlich schönen Sternenhimmel und dem Gefühl im Bauch, dass dieser Film etwas ganz Besonderes ist.

Ich liebe dich, und ich weiß, dass Liebe nichts als ein Ruf in der Wüste ist und dass das Vergessen unvermeidbar ist und dass wir alle Verdammte sind und dass ein Tag kommt, wenn all unsere Werke zu Staub zerfallen, eine Zeit, wenn sich niemand daran erinnert, dass es einst Kreaturen gab, die in selbst gebauten Maschinen geflogen sind, und ich weiß, dass die Sonne die einzige Erde, die wir je haben, irgendwann verschlucken wird, und ich liebe dich. – Quote aus »Das Schicksal ist ein mieser Verräter«

Ok, das ist ein wenig geschummelt, denn ich war eine der #tfios-Fans, die bereits zum Kinostart am 12. Juni 2014 ins Kino stürmten, den Herrn Büchernische im Gepäck {danke } weil ich es kaum erwarten konnte, Hazel Grace und Augustus Waters endlich in bewegtem Bild zu sehen. Schon am 4. Juni hielt ich die Augen nach den Glücklichen offen, welche bei den Little Infinities Screenings dabei sein konnten, denn ich wollte die ersten Meinungen hören. Wer nicht weiß, worum ist in dieser Buchverfilmung nach dem Bestseller von John Green geht, dem sei diese kurze Inhaltsangabe aus meiner Rezension zum Buch aus den Hanser Literaturverlagen hier noch einmal mit auf den Weg gegeben:

Worum geht es?

Hazel ist ein junges 16jähriges Mädchen und sie hat Krebs. Man trifft sie nie ohne ihre Sauerstoffflasche an, ihr “zweites, metallenes Ich” wie ich es fast bezeichnen könnte, denn Hazels metastasierender Schilddrüsenkrebs lässt sie kaum noch selbstständig atmen. Ihre Mutter denkt daher, dass es wohl das Beste für ihre Tochter sei, zu einer Selbsthilfegruppe zu gehen, damit ihre vermeintlich depressive Verstimmung sich bessert und sie wieder unter Leute kommt. Doch Hazel hat darauf keine Lust, sie hört lieber Musik, liest Bücher – aber keine Krebsbücher! Nachdem sie sich doch überreden ließ, ihrer Mutter zuliebe zur Sitzung der Gruppe zu gehen, lernt sie Gus kennen, der sein Bein durch ein Osteosarkom verloren hat und verliebt sich in den smarten Jungen mit den klaren blauen Augen…

Auf Augenhöhe mit der Vorlage!

Ohne euch zu sehr spoilern zu wollen, möchte ich doch eines ganz laut in die Ewigkeit hinausbrüllen: Dieser Film ist einfach nur zauberschön! ich liebe ihn, ich liebe jede Sekunde und Minute. Shailene Woodley und Ansel Elgort  hauchen den beiden Hauptfiguren mit einer unglaublichen Authentizität Leben ein. Ich habe den beiden wirklich jede Gefühlsregung abgekauft, vor allem Woodley, welche Dystopiefans sicher schon von ihrer Rolle in »Divergent – Die Bestimmung« kennen, glänzt in ihrer Rolle als Hazel Grace Lancaster mit ungekünstelter Schauspielkunst. Doch auch der 20jährige Newcomer Ansel Elgort muss sich nicht hinter seiner schon recht bekannten Kollegin verstecken. Die beiden harmonierten unheimlich gut und gaben ein schönes Bild von den beiden Figuren wieder, die ich ein Jahr zuvor im Buch kennen gelernt habe.

okayDer Eindruck, der sich beim Lesen im meinem Kopfkino entfaltete, stimmte mit der Stimmung auf der Leinwand zum großen Teil überein. Das war ein schönes Gefühl, denn ich hatte wirklich ein wenig Bammel davor, wie eines meiner Lieblingsbücher wohl als Film aussehen würde, ob die Verfilmung meine Erwartungen erfüllen konnte. Man kann nicht oft behaupten, dass ein Film genauso gut wie seine literarische Vorlage war, doch in diesem Fall kann ich ganz klar sagen: Buch und Film bewegen sich auf der gleichen Augenhöhe! Ohne Kitsch, dafür mit viel tiefgehender Emotionalität und ohne das typische klischeehafte  Mitleidsgeheische zeigen die beiden Schauspieler, dass sie in ihren Rollen aufgingen und John Greens Intention verstanden haben, „nicht ein weiteres Krebsbuch“ zu schreiben.

Nicht einfach ein weiterer Krebsfilm.

Das hier ist kein weiteres Krebsfilmchen es ist eine wunderbare Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen, die von sarkastischen Sprüchen und schwarzem Humor ebenso profitiert wie von seinen gefühlvollen Momenten, die ohne triefende Sentimentalität auskommen. Dazu liefern u.a. Ed Sheeran, Kodaline und Birdy einen gelungenen Soundtrack, dessen Playlist bei mir derzeit rauf und runter läuft. »Das Schicksal ist ein mieser Verräter« ist pures Glück auf Zeit, ein Feuerwerk an Emotion und Lebensfreude und es ist vor allem eins: die für mich bisher schönste Lovestory des Jahres auf der großen Leinwand! Die Tränen kullerten wie von selbst, so sehr hat mich der Film berührt. Ein Film zum Lachen, zum Weinen und einfach zum Verlieben. Taschentücher einpacken! Okay?


Das Schicksal ist ein mieser Verräter | Original: The Fault in our Stars
Regie: Josh Boone |  Shailene Woodley, Ansel Elgort, Nat Wolff
ab 6 Jahren | 126min | Juni 2014
Film bei imdb


🎬🎬🎬🎬🎬 5 von 5 Filmklappen

Habt ihr euch den Film schon angesehen? Wie gefiel er euch? Oder habt ihr eher kein Interesse an dieser Buchverfilmung?

Liebe Grüße sendet euch

P.S: Frau Büchernische dankt Herrn Büchernische für unsere kleine Unendlichkeit