{Kolumne} Vom Glück, kreativ zu sein.

Hallo meine lieben Leser!

Wie geht es euch? Hier scheint die Sonne, der Tag tröpfelt entspannt vor sich hin. Der Monat Mai neigt sich langsam seinem Ende entgegen und ich sitze hier. Ich möchte euch schreiben, ganz spontan. Vor ein paar Minuten habe ich zur EOS gegriffen, ein paar Fotos gemacht, meine aktuelle Stimmung versucht einzufangen und nun fülle ich diesen weißen Raum meines digitalen Papiers mit meinen Gedanken. In den letzten Wochen fehlten mir oft die Worte. Ich hatte nicht die Muse, zu schreiben oder zu lesen. Natürlich sind mir Bücher immer noch wichtig, doch im Moment spielen sie nur die zweite Geige. Meine Finger möchten nicht über die Tastatur tanzen, sie möchten sich mit Pinseln und Farbe austoben.

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Mut zur Kreativität

Kreativität – der Ursprung dieses Wortes stammt aus dem Lateinischen, von creare = erschaffen. Kreative Köpfe formen mit geschickten Händen Ton, konstruieren komplexe, dreidimensionale Gebilde, sie schreiben intensive Texte oder bringen farbenfrohe Motive auf eine Leinwand. Dazu benötigen wir Inspiration. Ob das nun ein Blick hinaus in die Natur ist, eine Figur aus einer Geschichte, oder vielleicht andere große, künstlerische Vorbilder spielt dabei keine Rolle. Während die eigene Kreativität die Sinne für neue Ideen öffnet, erledigt die Inspiration den Rest und gibt schließlich den letzten Anstoß zum endgültigen kreativen Schaffensprozess. Ich habe hierzu ein wirklich tolles Zitat gefunden, das einem sehr klugen Kopf zugesprochen wird:

Kreativität ist Intelligenz, die Spaß hat. – Albert Einstein

Frank Berzbach, Die Kunst, ein kreatives Leben zu führen, Verlag Hermann Schmidt Mainz, SachbuchImagine, Wie das kreative Gehirn funktioniert, C. H. Beck, Wem sagst du das, werter Herr Einstein. Das Leben ist kurz; ich möchte meine Zeit effektiv nutzen und dabei jede Menge Spaß haben. An dieser Stelle möchte ich jetzt einige Buchtitel nennen, die in den nächsten Monaten auf meiner Leseliste stehen und sich alle um das Thema Kreativität drehen. Den Anfang macht ein Buch aus dem Verlag Hermann Schmidt Mainz: Zu Die Kunst, ein kreatives Leben zu führen von Frank Berzbach hat Petzi eine sehr neugierig machende Rezension geschrieben, die mich das Buch sofort auf die Wunschliste setzen ließ. Auch Tasmetu hat mich in den letzten Tagen auf Twitter mit einem Buchtipp aus dem C.H. Beck Verlag neugierig gemacht: „Imagine! Wie das kreative Gehirn funktioniert“ von Jonah Lehrer landete daraufhin ebenfalls auf der kommenden Leseliste.

Manchmal ist es jedoch gar nicht so einfach, den Kopf frei zu bekommen, um Ideen für ein Projekt zu entwickeln. In den letzten Wochen ist hinter den Kulissen einiges passiert, das mich in eine gewisse Richtung steuern lässt. Ich habe ein Ziel vor Augen, dem bisher reichlich Stolpersteine in den Weg gelegt wurden. Die letzten Jahre waren kein Zuckerschlecken. Der stetige, tagtägliche Kampf um Familie, Frieden und Lebensqualität war oft genug mehr als nur anstrengend und auslaugend. Ich habe niemals aufgegeben, auch wenn es viele schwache Momente gab, in welchen ich am liebsten alles hingeworfen hätte.

Licht und Schatten

Wenn ich heute, in diesem Augenblick, zurückblicke, bin ich froh, mich durchgebissen zu haben, egal wie schwer es mir manchmal fiel. Es ist leicht dahin gesagt, dass vieles einfach zum Leben dazugehört – auch der Tod. Menschen werden geboren, Menschen sterben. Nichts geschieht ohne Grund, heißt es. Doch all diese klugen, weisen, Rat gebenden oder Trost spendenden Sprüche sind in dem Moment kaum noch etwas wert, wenn dein Leben von heute auf morgen auf den Kopf gestellt wird, als ob du eine Figur in einem verdammt schlecht geschriebenen Krimi wärst.

Es braucht Zeit, sich aus solch einem Sumpf wieder herauszukämpfen. Atemzug um Atemzug, bis man allmählich wieder die von Lichtstrahlen durchbrochene Oberfläche erreicht. Zunächst fehlte mir die Kraft, doch mit der Zeit wurde ich stärker, als ich mir selbst zugetraut hätte. Allmählich beanspruchten die alltäglichen, kleinen Dinge wieder Raum in diesem Sumpf und mir wurde klar, dass ich es nicht zulassen kann, wieder in die Tiefe gezogen zu werden.

Was ist mir wichtig?

Das war der Moment, in dem ich mich wieder darauf besann, was mir wirklich wichtig ist. Jeder Mensch hat gewisse Fähigkeiten. Der eine ist naturwissenschaftlich begabt, der andere hat ein großes Talent zum Schreiben oder Musizieren. So schmerzhaft die Vergangenheit auch für mich ist, ist mir dennoch klar geworden, dass mir meine Wurzeln zumindest einen positiven Aspekt mitgegeben haben: mein künstlerisches Talent. An einer Wand im Wohnzimmer hängen drei Aquarellbilder. Wenn ich sie ansehe, geistern gemischte Gefühle durch meinen Kopf. Doch völlig unabhängig davon, was mir dabei durch den Kopf geht, ist mir umso mehr bewusst, dass ich dieses Talent ebenfalls in mir trage.

Egal was euch euer Verstand oft genug einzutrichtern versucht, es lohnt sich manchmal einfach auf sein Bauchgefühl zu hören. Das Herz sagt ja, der Kopf zweifelt – oft genug hindert mich diese Situation daran, einfach los und meinen Ideen freien Lauf zu lassen. Es gibt Menschen um mich herum, die mich dann ermutigen, mir den liebevollen Tritt in den Hintern geben und sagen:

Du kannst das. Also mach es! Glaube an dich!

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Es wird endlich Zeit, auf diese Menschen zu hören. Ja. Ich liebe es, mit Pinseln, Farben und Papier zu arbeiten. Es erfüllt mich mit Zufriedenheit und einem tiefen Glücksgefühl, einer weißen Fläche mit bunten Farben Leben einzuhauchen. Sanfte Lasuren und kräftige, pastose Farbflächen, Handlettering und Kalligrafie – das ist meine Welt. In den letzten Monaten habe ich viel und oft zu Pinseln, Farben und Stiften gegriffen, das kunstvolle Malen von Buchstaben geübt und zum ersten Mal seit Jahren mit kräftigen Pinselstrichen eine Leinwand bemalt. Es tat gut, wirkte befreiend und flößte Zuversicht ein.

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Do what you love.
Don’t just talk about it, do it.

Ein Motto, das für eine Weile in den Hintergrund rückte und nun präsenter ist denn je. Die Blog- und Leseflaute scheint schon etwas nachzulassen. Hier bin ich also, ganz spontan und weil ich gerade richtig Lust dazu hatte, mich mit dem Blog zu beschäftigen und euch zu schreiben. Ich versteife mich nun nicht auf eine gewisse Zahl von Artikeln pro Woche, oder auf so und so viele zu lesende Bücher im Monat. Ich lasse es einfach auf mich zukommen. Ihr werdet es dann schon merken, wenn es etwas zu erzählen gibt. 🙂

Neuer Lesestoff für’s Sachbuchregal

Letzte Woche habe ich mir zwei Sachbücher rund um Aquarellmalerei und den kreativen Schaffensprozess allgemein gekauft. Nachdem ich ein wenig durch die Verlagsprogramme diverser Sachbuchverlage gestöbert habe, bin ich schließlich beim EMF VerlagEdition Michael Fischer, fündig geworden. Positiv überrascht hat mich beim ersten Blick auf die Webseite des mir wohlbekannten Verlags das Redesign des Verlagslogos sowie die Erweiterung des Programms. In meinem Regal finden sich noch einige Ausgaben der Reihe ‚Sammlung Leonardo‘. Noch heute greife ich ab und an zu diesen Grundlagenheften, die ich mir als Teenager zusammen mit meinem ersten kostenintensiveren Künstlermaterial vom Taschengeld gekauft hatte. Hach ja, da wird man ja richtig nostalgisch. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich mein komplettes monatliches Budget z.B. für neue Pastellkreiden, Acrylfarben, Papiere oder Sachbücher ausgegeben habe, während andere Klassenkameraden ihr Geld meistens im Klamottenladen ausgaben.

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Back to topic. Ich weiß noch nicht genau, wann ich mich wieder in eine fantasievolle Geschichte vertiefen kann, doch eines steht fest: Bücher und Kreativität sind ein ebenso wichtiger Bestandteil meines Lebens wie Luft zum Atmen und Wasser. Ganz ohne kann ich nun mal nicht, und daher setze ich mich nun auf den sonnigen Balkon und schmökere in diesen beiden oben abgebildeten Sachbuchschätzen.

Habt ihr auch ein kreatives Hobby? Erzählt mir davon, ich bin gespannt!

Ich wünsche euch ein schönes restliches Wochenende, genießt das Wetter und habt eine gute, vielleicht auch kreative Zeit.

Alles Liebe