{ Libressio: Mein Buchgeständnis #1 } powered by Leselurch

Guten Morgen liebe Leser!

Libressio © LeselurchUnser liebes Lurchi Simone von leselurch.de hat sich eine tolle Aktion ausgedacht, die auf den klangvollen Namen »Libressio – mein Buchgeständnis« hört. Simone stellt uns jeden Monat eine Frage, die wir dann auf unserem Blog beantworten können, aber nicht einfach nur mit „ja, mach ich!“ oder „nein, kann ich nicht!“. Nein, eine richtige Geschichte rund um unser liebstes Thema »Bücher« soll es werden. Ich finde das eine tolle Idee, daher möchte ich – ein wenig auf den letzten Drücker – auch noch mitmachen. Am Sonntag, den 12. Mai 2013 wartet schon die nächste Frage auf uns, daher beeile ich mich mal ein wenig und komme zur Sache:

Dieses Buch ist schuld an meiner Lesesucht!

„Ich möchte euch die Geschichte erzählen! Ich, ich, iiiich!“

Moment, wer spricht da? Wer bist du?

„Eins nach dem anderen, rate doch einmal. Also: Es war einmal, vor ungefähr 23 Jahren, da saß ein kleines Mädchen mit braunen Locken und großen blauen Augen auf seiner Kuscheldecke, mit einem ganz besonderen Buch in der Hand – mit meinem Buch! – und war völlig versunken in die bunten Illustrationen und die Geschichte, meine Geschichte. Ich heiße Linnéa, und ich bin die Hauptfigur in diesem Buch, das du soooo sehr geliebt hast…“

Ohja, und wie, ich bin so froh, dich wiederentdeckt zu haben…

„Pschhh, lass mich doch mal weitererzählen!“

Ok, erzähl!

„Ich habe einen Freund namens Blümle, der im selben Haus wie ich wohnt. Blümle hatte ein tolles Buch über einen Maler, der hieß Claude Monet, der konnte richtig gut malen, sage ich euch. Er malte Seerosenbilder, und er konnte wirklich richtig toll malen. Und er hatte ein wuuundervolles Haus, mit einem wuuunderschönen Garten voller bunter Blumen und einem Teich mit Seerosen! Blümle und ich haben Monet besucht, gemeinsam mit Sandra, die unsere Geschichte gelesen hat, waren wir in Monets Garten in Giverny (wie man das ausspricht, steht übrigens auch in diesem wundervollen Buch) und natürlich auch in den Museen, in welchen seine Bilder hängen. Leider haben wir Monet nicht getroffen, denn er lebt schon lange nicht mehr. Aber seine Kunst lebt weiter. Warum Sandra meine Geschichte so geliebt hat, wollt ihr wissen? Das erzählt sie euch jetzt am besten selbst.“


Christina Björk • Linnéa im Garten des Malers
cbj Verlag 1987 | Hardcover, 54 Seiten | ISBN 978-3-570-07830-3 | 12,99€
zum Buch beim Verlag


Danke liebe Linnéa!

Du hast ja schon ein wenig darüber erzählt, worum es geht. Ich zeige euch gleich auch ein paar Fotos, um euch zu zeigen, wie Linnéas Geschichte illustriert wurde. Ich habe dieses kleine, schmale Büchlein namens »Linnéa im Garten des Malers« von der schwedischen Autorin Christina Björk aus dem cbj Verlag wahrlich über alles geliebt und liebe es nach wie vor. So sehr geliebt, dass die Seiten vom vielen Blättern irgendwann ganz zerfleddert waren, ja sogar Eselsohren konnte man sehen. Autsch, heute würde ich natürlich viel vorsichtiger mit einem Buch umgehen. Aber als Kind habe ich Bücher verschlungen und überall mit hingeschleppt, und so sahen sie am Ende auch aus. Linnéa war eines der ersten Bücher, welches mir meine Eltern schenkten und es hat die Freude am Lesen entfacht. Das Buch erschien 1987, also sechs Jahre nach meiner Geburt.

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Doch es war nicht das einzige, denn ich liebte auch Astrid Lindgrens Kinderbücher, allen voran natürlich meine heißgeliebte Ronja Räubertochter und die verrückte quietschbunte Pippi Langstrumpf mit ihren bunten Ringelstrümpfen, ihrem Pferd ‚Kleiner Onkel‘ und ihrem Affen namens ‚Herr Nilson‘. Wie das so ist im Leben, zieht man öfter um. Auf einem dieser Umzüge ließ ich viele meiner Bücher im Elternhaus zurück und als ich sie holen wollte, existierten sie nicht mehr. Ich weiß nicht, wohin sie verschwunden sind, möchte ich auch ehrlich gesagt gar nicht drüber nachdenken. Tatsache war, sie waren weg. Pippi Langstrumpf und Co. hatten in meiner kleinen Studentenbude damals einfach keinen Platz, darum blieben sie eben zuhause. In den letzten drei Jahren habe ich angefangen, nach und nach meine alten Kinderbücher wieder zu mir zu holen, sei es durch Ebay, Tauschbörsen und teilweise kaufte ich sie auch neu. So manche alte Ausgabe existiert nicht mehr, daher bin ich froh, dass ich zum Beispiel noch meine alte graue Ausgabe vom Michael Endes »Die unendliche Geschichte« ergattern konnte.

Zum Welttag des Buches – danke nochmal herzlichst an Christine und Dagmar für diese tolle Aktion – habe auch ich so einige Blogs besucht, für mich neu entdeckt und im Feedreader gespeichert. Kurz vor Ende der Aktion landete ich auf dem Blog der Mayerschen Buchhandlung, den ich bis dato noch nicht kannte. Wow, 60 Bücher verlosten die Mitarbeiter der Buchhandelskette, da fiel die Wahl schwer. Ich scrollte, und scrollte… uuund scrollte… und dann blieb mein Blick auf einem grünen Cover hängen, mit einem Mädchen darauf. Das graue Foto erkannte ich sofort: Claude Monét! Aufregt rief ich Richtung Wohnzimmer „Schatz, ich glaube ich hab‘ das Buch aus meiner Kindheit wieder gefunden!“ – ich wusste nämlich nicht mehr, wie es hieß.

022_07830_81343_xxlEinzig, dass es etwas mit Monét zu tun hatte, war mir im Gedächtnis geblieben. Also flugs auf die Verlagsseite von Random House gesurft, und einen genaueren Blick geworfen: Bingo! Es war tatsächlich das Buch, das ich sooo sehr liebte. Ich habe mich so gefreut, es wiedergefunden zu haben und vor allem, dass es noch Auflagen davon gibt! Die erste Auflage stammt aus dem Jahr 1987, selbstverständlich war das nun nicht. Ach, was war die Freude groß und so fackelte ich nicht lange und kaufte es mir. Wer weiß, nicht dass es auf einmal morgen vergriffen ist, gar nicht auszudenken! Ich hatte wirklich Tränen in den Augen vor Glück, das erste Mal als ich das Buch wiederentdeckte, und das zweite Mal, als es hier bei uns vom Postboten überreicht wurde. Ich saß völlig versunken mit dem Buch auf dem Schoß auf meinem Sessel und blätterte durch die bunt illustrierten Seiten. Ich erinnere mich noch an die Geschichte, die schönen Aquarellillustrationen, ich erkenne diese Schul-Schreibschrift wieder und die Fotos des Gartens in Giverny. Ich erinnere mich an die Szene im Hotel in Paris, Hotel Esmeralda – solch ein klangvoller Name, wunderbar!

Aus Schweden kommen übrigens noch mehr wunderbare Kinderbuchautoren, die mich während meiner Kindheit begleitet haben, allen voran natürlich unsere leider schon verstorbene Astrid Lindgren. Pippis Streiche und Ronjas „Raubzüge“ durch den dunklen Mattiswald sind mir bis heute die liebsten Abenteuer, welche ich als Kind literarisch erleben durfte. Diese Liebe habe ich auch an meine eigenen Kinder weitergegeben, welche ebenfalls mit viel Begeisterung zu Büchern greifen und in bunte Welten abtauchen…

„Darf ich dich noch etwas fragen?“

Aber klar, liebe Linnéa!

„Malst du auch so gerne Bilder, wie Claude Monet?“

Ohja, sehr gerne sogar! Im Moment male ich Bilder eher mit der Kamera, denn ich liebe es zu fotografieren. Neben der Arbeit am Computer und dem elektronischen Zeichenbrett greife ich aber auch sehr, sehr gerne zu Acrylfarben oder Tuschestiften. Ich sollte mal wieder meine Stifte ausbuddeln…

„Ja, das wäre super! Malst du dann auch Seerosen?“

Vielleicht? *schmunzel*

Danke liebe Simone für deine wunderbare Idee und ich freue mich auf Sonntag! Danke an die Random House Verlagsgruppe, dass sie mein liebstes Buch immer noch verlegen, nach immerhin stolzen 26 Jahren! Danke an die Mayersche Buchhandlung, dank euch bin ich überhaupt erst wieder auf den Titel gestoßen. Call it serendipity! 

Zum Abschluss stellt euch nun selbst die Frage:


Welches Buch ist schuld an eurer Lesesucht?


Viel Freude beim Stöbern in euren Bücherregalen wünscht euch